Unter der gut klingenden Überschrift „Juso-Hochschulgruppe setzt sich für Kulturgruppen ein“ fasst Michael Fengler (Juso Hochschulgruppe) auf der Website der Juso-HSG die SP-Beratung über einen Förderantrag des Orchesters des Collegium musicum an der Uni Bonn zusammen.
Unglücklicherweise vergisst er dabei aber, wie es sich tatsächlich zugetragen hat – daher wir nehmen den Text genau unter die Lupe und stellen einiges richtig:
"In seiner konstituierenden Sitzung am 23. Januar 2013 beschäftigte sich das Bonner Studierendenparlament mit einem Förderantrag des Orchesters des Collegium musicum an der Universität Bonn, einer Gruppe, die sich bereits seit vielen Jahren vorbildlich für die kulturelle und musische Bereicherung des Studienalltags einsetzt. Im Wintersemester 2012/13 wird sie zwei Konzerte, jeweils am 31. Januar 2013 und am 1. Februar 2013, in der Aula der Universität geben. Zwar finanziert sich das Orchester in erster Linie durch Spenden und Mitgliedsbeiträge, jedoch kann ein Teil der entstehenden Kosten nicht aus eigener Kraft bewältigt werden."
→ Der ursprüngliche Förderungsantrag sah ein ungefähres Verhältnis von 30% Mitgliedsbeiträgen ehemaliger Mitglieder und Spenden gegenüber 70% Finanzierung durch die Studierendenschaft vor – wie man hier von „in erster Linie“ sprechen kann, erschließt sich wohl nur Experten in höherer Rechenkunst.
"Da das Orchester beim Kulturplenum aus formalen Gründen nicht berücksichtigt werden konnte,"
→ Wie auch? Schließlich hat es die Gruppe versäumt, den Förderungsantrag überhaupt auf dem Kulturplenum vorzustellen. Den Fehler räumten die Vertreterinnen des Orchesters zwar charmant ein, die Juso-HSG sollte aber dennoch nicht so tun, als ob nur eine Briefmarke fehlte.
"wandte sich die erfolgreiche Gruppe mit ihrem Förderantrag an das Bonner Studierendenparlament. Hier machte die Fraktion der Juso-Hochschulgruppe in einer langen und kontrovers geführten Diskussion deutlich, dass ihr die Arbeit des Orchesters des Collegium musicum besonders am Herzen liegt."
→ Fengler will hier den Eindruck erwecken, als sei seine Juso-HSG die letzte Verfechterin der Anliegen der Kulturgruppen. Dass es überhaupt keinen Einwand gegen die Arbeit des Orchesters gab und gibt – nicht so wichtig.
"Schlussendlich konnte sich die Juso-Hochschulgruppe durchsetzen und das Bonner Studierendenparlament beschloss auf Antrag von Alois Saß und Michael Fengler (beide Juso-HSG) dem Orchester des Collegium musicum bis zu 1.000 Euro zur Verfügung zu stellen."
→ Und ein letztes Mal: Der Antrag stammte nicht von der Juso-HSG. Sie stellten lediglich den Änderungsantrag, das Finanzierungsvolumen auf 1000 Euro zu begrenzen. Da es bis auf formale Probleme im gesamten SP keinerlei Bedenken gegenüber der Förderungswürdigkeit gab und der geänderte Antrag daher auch mit einer großen Mehrheit (nicht dafür gestimmt hat ein Teil der grünen Hochschulgruppe - ein Koalitionspartner der Juso-HSG) beschlossen wurde, verschweigen die selbsternannten Kulturgruppenretter bloß zufällig.